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IndienCalcutta Rescue Deutschland e.V. fördert Projekte in dem indischen Bundesstaat Westbengalen und dessen Hauptstadt Kalkutta.

 

Westbengalen

Westbengalen ist ein indischer Bundesstaat im Nordosten des Landes. Die mehr als 91 Millionen Einwohner gehören zum größten Teil der Bevölkerungsgruppe der Bengalen an. Offizielle Sprachen sind Bengalisch und Englisch. Hindus stellen rund 73 Prozent der Bevölkerung. Dann folgen Muslime mit 25 Prozent, zu den anderen 2 Prozent gehören Sikhs und Christen.

Westbengalen ist bekannt für seinen kulturellen Reichtum, seine Küche, seine Bildungsinstitutionen und seinen politischen Aktivismus. Die Region spielte eine wichtige Rolle in der Unabhängigkeitsbewegung Anfang des letzten Jahrhunderts. Von 1977 an wurde der Bundesstaat 34 Jahre lang von einer kommunistischen Regierung geführt. Der Staat hat viele berühmte Schriftsteller, Musiker, Filmemacher und Künstler hervorgebracht.

Zahlen, Daten, Fakten zu Westbengalen1

Einwohner (2011):   91 Millionen  
Lebenserwartung (2002-2006):   64.1 Jahre (Männer)
65.8 Jahre (Frauen)
 
Säuglingssterblichkeit (2012):   32 auf 1000 Lebendgeburten  
Müttersterblichkeit (2010-2012):   117 auf 100000 Lebendgeburten  
Alphabetisierungsrate (2011):   82.67% (Männer)
71.16% (Frauen)
 
Anteil der Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben (2011/2012):   20%  

Westbengalen unterscheidet sich von den meisten anderen indischen Bundesstaaten durch seine Vorliebe für Fußball neben der Nationalsportart Kricket.


 

Kalkutta

Kalkutta ist die Hauptstadt des indischen Bundesstaates Westbengalen. Sie wurde im 17. Jahrhundert von einem Engländer gegründet. Während der Kolonialzeit erhielt sie den englischen Namen Calcutta, sie wurde jedoch 2001 offiziell in den bengalischen Namen Kolkata unbenannt. In Deutschland ist die Bezeichnung Kalkutta am meisten verbreitet.

Bis 1911 war Kalkutta Hauptstadt der britischen Kolonialmacht in Indien. Doch spätestens mit der Unabhängigkeit Indiens 1947 verlor Kalkutta zunehmend an Bedeutung. Mit der Teilung des Subkontinents rutschte die Stadt an den östlichen Rand des Landes. Tausende von Flüchtlingen aus Ostpakistan, dem heutigen Bangladesch, strömten nach 1947 in die Stadt. Hinzu kamen Binnenmigranten: Bis heute kommen viele von ihnen aus Bihar und anderen angrenzenden Bundesstaaten in der Hoffnung auf Arbeit, auf ein wenig Zukunft. Kalkutta platzte schier aus allen Nähten: Es entstanden illegale Siedlungen, teils Slums. Das rasante Wachstum Kalkuttas brachte die Stadt und ihre Infrastruktur schnell an ihre Grenzen. Die Wasserver- und Abwasserentsorgung, wie sie noch unter britischer Herrschaft gebaut wurde, war für wenige Millionen Menschen ausgelegt. Doch zwischen 1950 und 2000 verdreifachte sich die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner. Mit den bei der letzten Volkszählung 2011 über 14 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist die Metropolregion zurzeit die achtgrößte urbane Agglomeration weltweit. Kalkutta hat eine Bevölkerungsdichte von 24.000 Menschen pro km² - fast zehnmal so hoch wie in Köln. Über 30 Prozent der Menschen im Stadtgebiet Kalkuttas leben in Slums.

Kalkutta liegt nicht, wie es in einem Schlager heißt am Ganges, dem heiligen Fluss der Hindus, sondern an seinem Seitenarm, dem Hugli. Über den Fluss führt eine der verkehrsreichsten Brücken der Welt nach Howrah. Sie ist ein bekanntes Symbol der Stadt und heißt offiziell Rabindra Brücke: Nach dem bedeutsamen und bis heute einflussreichen bengalischen Dichter und Reformator Rabindranath Tagore. Der Literaturnobelpreisträger (1913) ist ein Kind Kalkuttas – er wurde 1861 in der Stadt geboren und verstarb dort 1941.

Die Stadt ist bekannt als kulturelle Hauptstadt Indiens. Sie ist ein Zentrum des Theaters und der Musik. Es gibt eine Vielzahl von Festivals, Hochschulen und Kunst-Akademien. Die Stadt verfügt über eine pulsierende Filmszene. Zu den wichtigsten Festen Kalkuttas zählt die Durga Puja, ein zentrales Fest der Hindus zu Ehren der Göttin Durga.

Kalkutta ist noch eine letzte Bastion der von Menschen gezogenen Rikschas, auf ihnen beruht unser Vereinslogo.

 

1Quellen: http://www.censusindia.gov.in/ und http://www.rbi.org.in/scripts/PublicationsView.aspx?id=15283

 

Literaturtipp:

Ravi Ahuja / Christiane Brosius (Hg.): Mumbai - Delhi - Kolkata. Annäherungen an die Megastädte Indiens, 2006. ISBN 978-3-937603-07-0, 310 S., 19,80  Euro