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Seit 27 Jahren ehrenamtlich dabei: Dr. Burkhard Salfner

 

Dr. Burkhard SalfnerWir möchten unser 30jähriges Vereinsjubiläum zum Anlass nehmen, Ihnen einen unserer langjährigen Mitstreiter vorzustellen. Entdecken Sie seine spannende Geschichte.

Burkhard, seit wann kennst du Calcutta Rescue Deutschland e.V.? Was hat dich motiviert, im Verein aktiv zu werden?

Ich wurde auf Calcutta Rescue 1992 aufmerksam durch einen großen, beeindruckenden Bericht in meiner Lokalzeitung eines freiwilligen Helfers namens Andreas Walch, der in der Straßenambulanz gearbeitet hatte. Wir trafen uns zum Abendessen und am Ende war mir klar, dass ich nach Beendigung meiner Berufstätigkeit dort unbedingt mithelfen wollte. 

Wie war deine Arbeit in Kalkutta? Was hast du dort gemacht?

In der Apotheke half ich mit, die täglichen Bestellungen der Ambulanzen zu bearbeiten, zu kontrollieren, zu verpacken und die Verfallsdaten zu prüfen. Ich achtete auf das Einhalten der Temperaturen von kühl zu lagerten Arzneimitteln auch auf dem Transport zu den Ambulanzen. Neben all dem erstellte ich statistische Erhebungen zur Analyse der Erfolgsquote von Krebsmedikamenten.

Was verbindet dich mit Indien?

Als am Ende meiner Ausbildung Angebote der Pharmaindustrie vorlagen, war Indien die natürliche Wahl. Sechs Monate in Sri Lanka und Pakistan, dann 1963 - 1966 in Mumbai in der Produktion bei „German Remedies“. Alle, vom Chef bis zu den einfachen Arbeitern, ordneten sich gleichermaßen der Aufgabe unter, die besten Arzneimittel herzustellen. Herkunft und religiöse Ausrichtung spielten keine Rolle, wir arbeiteten auf Augenhöhe. Das setzte sich dann bei Calcutta Rescue fort, die Dankbarkeit, dass kranken Menschen direkt geholfen wird, ist unermesslich. Gewonnene Freundschaften mit Indern hielten bis zu deren Ableben. Das macht Indien zu meinem zweiten Heimatland.

Hat sich das Verhältnis mit Indien im Laufe der Zeit geändert?

Als ich vor 56 Jahren in Mumbai unter der Präsidentschaft Nehrus arbeitete, war Indien noch in vielerlei Hinsicht englisch geprägt und politisch  relativ stabil. Jetzt nach neuerlichem Wahlsieg des Populisten Narendra Modi ist der Aspekt der Gründerväter, eine säkulare Republik zu gründen und zu leben Vergangenheit. Indien ist eine zerrissene Nation. Doch einige wirtschaftliche und soziale Erfolge sind zu erwähnen, wie die Bereitstellung von Bankkonten für 300 Millionen Menschen, die nie welche hatten, zehntausende Toiletten und erneuerbare Energien, in einem Land mit 1,3 Milliarden Menschen die dutzende unterschiedliche Sprachen sprechen mit verschiedenen  Lebensarten und Kulturen. Das muss auch einmal bedacht und gewertschätzt werden. 

Warum sollten wir uns weiterhin für Calcutta Rescue engagieren?

Weil außer den unterschiedlichen Bereichen in denen wir tätig sind, Bildung die aussichtsreichste  Möglichkeit für junge Menschen ist, den beruflichen Anforderungen und denen des Lebens künftig gewachsen zu sein und mündige Bürger zu werden.

Monika Faißt