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„Einmal frische Luft bitte“ –
Das Asthma- und COPD Projekt von Calcutta Rescue

Wer schon einmal in Indien war, weiß wie es sich anfühlt, wenn Einen nach gewisser Zeit ein leichter Reizhusten überkommt. „Leidest du unter Asthma?“, wurde ich gefragt als ich mich vor 3 Jahren für eine aktive Mitarbeit bei Calcutta Rescue entschloss. Zum Glück konnte ich die Frage mit einem Nein beantworten, denn Kalkutta ist nichts für Asthmatiker, zu viele Schadstoffe liegen in der Luft, zu viele Reize die einen Anfall auslösen können. Indiens bzw. Kalkuttas Bevölkerung ist diesen Reizen permanent ausgesetzt, sodass es nicht schwer fällt zu verstehen, dass Atemwegserkrankungen hier besonders ausgeprägt und verbreitet sind.

 
Die Symptome von Asthma und COPD (chronisch obstruktiven Lungenerkrankung) können sich sehr stark ähneln - beide Erkrankungen sind hauptsächlich von Atemnot geprägt. Während die asthmatische Atemnot aber klassischerweise eher anfallsartig auftritt und auf eine Asthmatherapie sehr gut anspricht, ist dies bei der COPD nicht der Fall. Die COPD-Atemnot ist meist dauerhaft, d.h. sie ist immer vorhanden. Im Gegensatz dazu tritt die Atemnot beim Asthma häufig in Reaktion auf Triggerfaktoren auf. Zu diesen Triggerfaktoren gehören z.B. Allergenkontakt, kalte Luft, Zigarettenrauch oder körperliche Anstrengung.
Das Rauchen ist in westlichen Ländern die einzige Ursache für COPD. In weniger entwickelten Ländern, wie z.B. Indien findet man gerade bei Frauen, die am offenen Feuer kochen und permanenter Rauchentwicklung ausgesetzt sind, COPD, obwohl sie nie geraucht haben. Und dann wäre da noch die hohe Luftverschmutzung, der Smog, der Einem ein tiefes Luftholen schwer macht.
Dies war einer der Gründe, seit diesem Jahr ein separates Projekt für Patienten mit Atemwegsbeschwerden auf die Beine zu stellen. Diverse Inhaler gehören zur tagtäglichen Ration an Medikamenten, die in der Apotheke in die Transportboxen gepackt werden.
Die richtige Anwendung eines solchen Inhalers stellt für jeden Patienten erstmal eine Herausforderung dar, denn Atmung und Sprühstoß müssen koordiniert werden, damit der Wirkstoff dort ankommt, wo er ankommen soll. Dies ist nur ein Aspekt der Patientenbetreuung, die gerade für diese Gruppe besonders wichtig ist. Ein anderer stellt die Überwachung der Lungenfunktion dar. Sie wird in regelmäßigen Abständen in unseren Ambulanzen gemessen, um gegebenenfalls die Medikation anzupassen.

Zurzeit werden 163 Patienten in der Talapark Ambulanz versorgt. Die Patienten und ihre Verwandten werden hier auch über die Erkrankung informiert, damit sie ihre Lebensqualität verbessern können, indem sie Risikofaktoren, wie Zigaretten- und Feuerrauch meiden. Risikofaktoren, die sie selbst beeinflussen können. Denn frische Luft ist Mangelware in Kalkutta.

 
Carolin Windeisen


Das Asthma- und COPD-Projekt